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Ein Abenteuer mit John Rambo auf dem Khao Sok Stausee

Ein Abenteuer mit John Rambo auf dem Khao Sok Stausee

Einmaliges Erlebnis mitten im Khao Sok Nationalpark

Mitten im Regenwald zwischen Tiger, Elefanten und Bären. Kein Strom, keine Stadtgeräusche, keine Touristenpfade und keine Hotels. Auf dem Khao Sok Stausee schläft man auf dem Wasser und die Beschallung kommt aus dem Busch.

Nach der verschlafenen Insel Koh Yao Noi kamen wir zum Highlight der Tour in Thailand, dem Khao Sok Nationalpark. Der Nationalpark wurde Ende 1980 mit einer Größe von 645 km² ins Leben gerufen. Im selben Jahr wurde die Fläche des Nationalparks vergrößert um nach Fertigstellung des Ratchaprapha-Staudamms einen Teil des Parks zu fluten. Mit der Flutung entstand der 162 km² Chiao Lan See, doppelt so groß wie unser Chiemsee in Bayern.

Die Tierwelt im Nationalpark ist auch sehr vielfältig. Farbenfrohe Libellen und Schmetterlinge in allen Größen die einen ständig umschwirren. Unzählige Vogelarten wie auch den scheuen Nashornvögel die mit den zahlreichen Affenarten zusammen für das tägliche Buschkonzert sorgen. Viele Spinnen- und Schlangenarten von den man die eine oder andere schon mal zu Gesicht bekommt. Seltener oder so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommt man dagegen die heimischen Tiger, Leoparden sowie den gefährdeten Malaienbär und die asiatischen Elefanten. Blutegel gibt es an jeder Ecke im Regenwald rund um den Khao Sok Stausee.

Dschungelcamp mal anders

Bereits 2009 besuchte ich den Nationalpark und machte die zweitägige Tour auf dem Chiao Lan Lee. Diesmal entschieden wir uns für die 3-Tagestour mit Trekking durch den Jungle. Touren im Khao Sok Nationalpark werden mittlerweile zuhauf angeboten, die Preise variieren je nach Leistung. Die Touren werden auch in einigen Reiseführern gut beschrieben. Nach ein bisschen googeln fand ich auch einen etwas anderen Guide, der anscheinend als einziger die Lizenz hat, mit Touris bis nach Klong Saeng fahren zu dürfen. Nicht ganz billig aber seine Tourbeschreibung klang nach Abenteuer. Klong Saeng liegt am Ende des Khao Sok Stausee und schon außerhalb des Nationalparks, allerdings sind hier keine schwimmenden Hütten mehr, bis auf die von John Rambo eben.

Die meisten Besucher auf dem Khao Sok Stausee sind im ersten Drittel des Sees untergebracht, ca. 30 km vom Startpunkt am Ratchaprapha-Staudamm. Unser Platz lag mehr als 70 km davon entfernt. Die nächsten Touristen waren von uns über 40 km entfernt auf dem See. Ein Ausflug ins nächste Dorf hätte für uns zwei Wochen quer durch den Busch bedeutet und Busch ist nicht gleich Busch. Das ist mal richtiger Regenwald dort. John Rambo hatte die Tour quer durch den Regenwald von Khao Sok schon gemacht und war nach seiner Aussage zwei Wochen unterwegs. Wir hätten alleine nicht mal 2 Tage dort überlebt.

Der beste Guide auf dem Khao Sok Stausee – John Rambo

Mr. Toy ist hier der beste Guide und ein echter Naturbursche. Nicht umsonst hatte er von uns den Namen “John Rambo” bekommen, allerdings ist er (fast) ohne Waffe unterwegs. Ein Mensch der für die Natur und den Tieren lebt und das will er den Menschen auch zeigen. Seine Begeisterung und Liebe zu seiner Heimat im Nationalpark war deutlich zu spüren und dies vermittelte er uns bei jeder Gelegenheit.

Unser „John Rambo“ wuchs in der Gegend auf und kann somit auf seine jahrelange Erfahrung zurückgreifen. Deswegen kennt er so gut wie alle Hotspots auf dem Khao Sok Stausee. Wir bekamen auch einiges zu sehen wie Rotwild, Büffel, Makaken, Adler, Warane, Wildschweine und sogar einen Bären.

Morgenstimmung am Khao Sok Stausee

Eine Trekkingtour durch den Busch

Unser Guide hatte für unseren Aufenthalt eine Trekkingtour in den Busch vorgesehen. Liest sich alles recht leicht, aber die Tour war eine große Herausforderung für uns Stadtmenschen.

Die Trekkingstrecke verlief an einem Zufluss des Khao Sok Stausee entlang. Also marschierten wir 2-3 Stunden flussaufwärts, abwechselnd durch den Wald und durch den Fluss. Wer eine Fotoausrüstung wie ich dabei hat, sollte für den Trip auf jeden Fall einen wasserdichten Rucksack haben, denn es waren reichlich Schwimmpassagen dabei. Bei den Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit war das auch extrem angenehm.

Einzig diese Blutegel waren etwas nervig, das Festsaugen an den Beinen ist ja recht harmlos. Stressiger war dagegen die ständige Kontrolle, dass so ein kleines Mistvieh nicht in Richtung Weichteile marschierte. Im Wald um den Khao Sok Stausee gibt es keine Wanderwege wie bei uns, dort läuft man auf den Trampelpfaden der Wildtiere entlang. Und gerade auf diesen Pfaden warten zahlreiche Blutegel auf Kundschaft.

Entspannter dagegen war die Kochstunde bei der Trekkingtour. An der Raststelle wurde erstmals für Feuer gesorgt um ordentlich kochen zu können. John Rambo fing wie wild an auf frische Bambusstangen einzuschlagen um daraus Kochtöpfe zu zaubern. Danach wurde frischer Fisch zubereitet, Reis in Bambusblättern gepackt und Hühnchenteile gewürzt. Das ganze in die Bambusrohre gestopft und auf das Feuer gelegt.

Alias Mr. Toy auf dem Chiao Lan See im Khao Sok Nationalpark

Was du bist Vegetarier? Kein Problem – John Rambo verschwand mal kurz im Busch und kam wieder mit einem Büschel Grünzeugs was aussah wie Spinat. Geschmeckt hat es richtig gut. Serviert wurde das ganze auch wieder mit Bambus, aus den Stangen bastelten sie nicht nur Kochtöpfe, sondern eben auch die Teller. Der Wald in Khao Sok bietet einem alles was man so braucht, man muss es halt nur wissen.

Die Trekkingtour war ein schönes Abenteuer aber ich muss es auch kein zweites Mal machen

Nachtsafari und Animal-Watching auf dem Khao Sok Stausee

Ein weiteres Highlight auf dem Chian Lao See war die Nachtsafari. Da es auf dem Stausee in Khao Sok keine störenden Lichter gibt, ist es nachts wirklich richtig dunkel. Mit Flugscheinwerfern wird dann in den Wald geleuchtet und recht schnell wird man auch fündig mit dieser Methode. Unzählige Augen der Tiere am Ufer reflektieren die Lichtstrahlen der Scheinwerfer.

Besonders amüsant ist es dann, wenn urplötzlich geschätzte 5 Meter vor dem Longtailboot, eine Herde Büffel im Scheinwerferlicht auftaucht. Das veranlasste sogar unseren John Rambo mal ganz spontan den Rückwärtsgang einzulegen.

Zusammengefasst:

Die Sightseeing-Touren am Tag waren zwar nett, nur muss man schon Glück haben seltene Tiere auf dem Khao Sok Stausee zu Gesicht zu bekommen. Das hängt aber leider auch mit den Longtailbooten zusammen, die nicht die leisesten Motoren haben. So ein offener LKW-Diesel macht sich halt auch bemerkbar. Entschädigt wird man aber mit der Morgen- und Abendstimmung aus dem Regenwald. Das Geschrei der Affenhorden und Vögel begleitet einen schon beim Aufwachen. Wirklich einmalig, wenn man einfach seinen Kopf aus der Hütte strecken und den Geräuschen lauschen kann. Abends bzw. Nachts erlebt man dann wirklich absolute Dunkelheit und Ruhe. Schon interessant was für Geräusche so aus einem Regenwald kommen. Für einen Stadtmenschen ein einmaliges Erlebnis. Insgesamt immer wieder lohnenswert in den Khao Sok Nationalpark zu kommen und ein paar Tage auf dem Stausee zu verbringen.

Morgens auf dem Chiao Lan See

Nach dem Jungleabenteuer auf dem Khao Sok Stausee blieben wir noch eine Nacht im Nationalpark. Allerdings wählten wir dazu schon fast luxuriöse Baumhäuser. Dort konnte man sich gut von dem Abenteuer der letzten Tage erholen und sich auch gepflegt reinigen. Erst danach konnte man sich wirklich sicher sein, wirklich keine Blutegel mehr am Körper zu haben.

8 Comments

  • Maik

    Noch mal ne kurze Frage ist das Pantoorat Mountain Lodge in der nähe von das Treehouse? Finde nämlich nicht das Pantoorat Mountain Lodge! Die Adresse gibt kein Ergebnis bei Google Maps!

    3. Februar 2016 at 00:10
    • Levent
      Levent Weber

      Ich kann es dir nicht mehr genau sagen aber die Lodge war nicht weit weg von der Hauptstraße 401. Und von der 401 kommend auf der linken Seite, frag einfach mal die Locals dort.

      3. Februar 2016 at 09:51
  • Maik

    Ja werde dann berichten wie es War! Mietwagen haben wir über driver FTI gebucht! Die “Luxus” Baumhäuser sehen auch sehr gut auf die Bilder aus! Welches Resort War denn das?

    5. Januar 2016 at 12:59
    • Levent
      Levent Weber

      Das war das Khao Sok Treehouse, den Link findest du im Artikel weiter oben. Bei unserem Besuch war die Anlage noch gut, wir hatten das größte Bungalow in den Bäumen. Die Qualität hat aber anscheinend nachgelassen wenn ich mir die Bewertungen auf Agoda so anschaue.

      5. Januar 2016 at 20:41
  • Maik

    Super danke für die schnelle Antwort ! Seid ihr da gut hingekommen? wir haben einen Leihwagen und müssten dort irgendwo parken können?

    5. Januar 2016 at 07:32
    • Levent
      Levent Weber

      Wir haben uns einmal, von Surat Thani kommend, einen Minibus gemietet. Das zweite Mal sind wir mit dem Public-Bus von Ranong kommend über Takua Pa gefahren. Alle Wege waren ohne Probleme. Euer Auto könnt ihr dann bei Mr. Toy in der Lodge abstellen denke ich, das regelt ihr mit ihm dann am besten. Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen ob die Nummer noch aktuell ist und wie die Tour bei ihm war, ich plane da auch wieder was. Bei wem habt ihr das Auto gemietet?

      5. Januar 2016 at 09:53
  • Maik

    Wie und wo habt ihr Mr.Toy Gebucht?

    4. Januar 2016 at 23:46
    • Levent
      Levent Weber

      Er hatte mal eine Website mit der Telefonnummer drauf, die ist allerdings offline. Suche mal nach der Pantoorat Mountain Lodge, dort war er immer zu finden. Buchungen nimmt er nur telefonisch an, Mails sind wohl nicht sein Ding. Ich habe noch die Thainummer 08626 87399 von ihm, allerdings ist diese schon über vier Jahre alt. Von daher kann ich nicht garantieren das diese noch aktuell ist.

      5. Januar 2016 at 01:11
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